SBO 6.1: Berufsfelderkundung

Berufsfelderkundung

Durch frühe und intensive Kontakte mit Unternehmen werden Schülerinnen und Schüler besser als bisher auf die Berufs- und Ausbildungswelt vorbereitet. So können sie für die Wahl des Betriebspraktikums und ihre weiteren Schritte in der Berufs- und Studienwahl eine Entscheidung treffen, die nicht dem Zufall überlassen bleibt.

Die Berufsfelderkundung liefert den Jugendlichen Impulse, um erste realistische Vorstellungen über die Berufswelt sowie ihre Fähigkeiten und Interessen zu entwickeln. Dies gilt auch für akademische Berufsfelder. Der erste praxisnahe Einblick in berufliche Arbeitsabläufe dient dazu, im weiteren Berufsorientierungsprozess eine reflektierte Auswahl des Betriebspraktikums zu ermöglichen, die sich an den individuellen Fähigkeiten und Neigungen der Schülerinnen und Schüler orientiert.

Die Berufsfelderkundungen finden vorrangig in Betrieben statt. Sie ermöglichen praktische Einblicke in die berufliche Arbeitswelt in mindestens drei Berufsfeldern, die auf der Grundlage der Ergebnisse aus der Potenzialanalyse ausgewählt werden. Sie unterscheiden sich von Betriebserkundungen bzw. Betriebsführungen, bei denen Jugendliche vorrangig als „Zuschauer“ informiert werden. Bei Berufsfelderkundungen sind Jugendliche aktiv beteiligt und können über praktische Übungen sowie Beobachtungen und Gespräche Erfahrungen sammeln. Jede Erkundung dauert einen Arbeitstag und sollte nach Möglichkeit in einem Betrieb stattfinden, so dass die Jugend-lichen Anforderungen und Arbeitsabläufe praxisnah kennenlernen.

Die Beteiligung der Wirtschaft ist für die erfolgreiche Umsetzung von Praxisphasen essentiell. In den Regionen und Kommunen beteiligen sich bereits viele Unternehmen und Betriebe, auch über stabile Kooperationsvereinbarungen mit Schulen. Sie sind über die Handwerkskammern oder IHKs eingebunden oder engagieren sich auf andere vielfältige Weise.

Bereits vorhandene Strukturen und Angebote, wie der Girls’ Day, Boys’ Day, Neue Wege für Jungs, Schnupperpraktika und Elternpraktika gelten in der derzeitigen Einstiegsphase des Landesprogramms KAoA als Berufsfelderkundung und können entsprechend genutzt werden.

Die Praxisphasen im Rahmen der Landesinitiative gelten als Schulveranstaltungen. Es gelten daher die entsprechenden Regelungen für Schülerbetriebspraktika.

Für Betriebe, die sich für die Durchführung von Berfusfelderkundungen interessieren, hält die Website www.keinabschlussohneanschluss.nrw.de unter dem Stichwort „Fachkräfte von morgen – Betriebe machen mit und kooperieren“ eine Reihe an Informationen bereit. Darunter eine Handreichung für Betriebe mit Handlungsempfehlungen und einen Flyer mit Kurzinformationen zur Berufsfelderkundung.